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Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Institut für Kunstgeschichte

Lage

Das Institut für Kunstgeschichte befindet sich auf dem Campusgelände der Universität (»Hubland Süd«) am östlichen Stadtrand von Würzburg. Von der Innenstadt ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln binnen einer Viertelstunde zu erreichen (Omnibuslinien 10, 14, 114 und 214).

Fachbereich

Philosophische Fakultät (Historische, Philologische, Kultur- und Geographische Wissenschaften)

Studiengang

Bachelor-Studiengang:

in der Zwei-Hauptfächer-Kombination (gleichgewichtig) mit 75-75 ECTS-Punkten
als Nebenfach in der Hauptfach-Nebenfach-Kombination mit 120-60 ECTS-Punkten
als Hauptfach in der Hauptfach-Nebenfach-Kombination mit 120-60 ECTS-Punkten


Master-Studiengang:

als Einfach-Master mit 120 ECTS-Punkten
als Zweifach-Master mit 45 ECTS-Punkten

Voraussetzungen

Für den Bachelor-Studiengang: Abitur (Allgemeine Hochschulreife). Für den Masterstudiengang ist die Zulassung durch das Institut für Kunstgeschichte erforderlich (formlose Bewerbung); es wird der Nachweis von Lateinkenntnissen verlangt.

Struktur

  • ca. 200 Studierende
  • 1 Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte (W3)
  • 1 Professur für Kunstgeschichte (W2)
  • 2 Assistenten
  • 3 Honorarprofessoren
  • 1 apl. Professorin
  • 1 apl. Professor, zugleich Direktor des Martin von Wagner Museums, Neuere Abteilung und Graphische Sammlung
  • Lehrbeauftragte
  • Fachschafts-Initiative im Institut

Profs

Prof. Dr. Eckhard Leuschner (Lehrstuhlinhaber), Prof. Dr. Stefan Bürger, Prof. Dr. Damian Dombrowski, Prof. Dr. Stefan Kummer (Emeritus), Prof. Dr. Nicole Riegel-Satzinger, HP Prof. Dr. Josef Kern, HP Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, HP Prof. Dr. Matthias Staschull

Lehrende

  • Prof. Dr. Eckhard Leuschner (Lehrstuhlinhaber)
  • Prof. Dr. Stefan Bürger
  • Prof. Dr. Damian Dombrowski
  • Prof. Dr. Nicole Riegel-Satzinger
  • HP Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus
  • HP Prof. Dr. Matthias Staschull
  • Dr. Johannes Sander
  • Dr. Verena Friedrich
  • Dr. Markus Maier
  • Dr. Erich Schneider
  • Fabian Müller M.A.

Schwerpunkte

In Lehre und Forschung liegen die Schwerpunkte des Instituts seit langem auf der Kunst des Mittelalters, der Renaissance und des Barock, mit besonderer Berücksichtigung der Kunstdenkmäler Italiens und Frankens. Mit der Neuordnung des Lehrstuhls zu einer Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte hat ab Sommersemester 2014 auch die Moderne ihren festen Platz in Lehre und Forschung am Würzburger Institut für Kunstgeschichte.

Projekte

Ausstattung

Die Fachbibliothek des Institutes umfasst derzeit ca. 39.000 Bände. Räumlich verbunden ist die kunsthistorische Büchersammlung mit der ca. 80.000 Bände umfassenden Bibliothek der Historiker, die mitgenutzt werden kann und sollte. In beiden Teilbibliotheken wird großer Wert auf Quellenschriften gelegt, zu deren Verwendung die Studierenden angehalten sind. In den Jahren 1997 und 2000 ist das Institut um zwei größere Akzessionen von hohem Wert bereichert worden: das Herbert-Siebenhüner-Archiv mit Bücher- und Manuskriptennachlass sowie die Bibliothek Theodor Hetzers, einem der großen Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Die Diathek enthält ca. 110.000 Dias sowie eine größere Photosammlung, die durch verschiedene Nachlässe (u.a. von Leo Bruhns) ebenfalls von großem historischen und praktischen Interesse ist. Seit 2009 wird eine Bilddatenbank aufgebaut, die bereits ca. 45.000 Bilder enthält.

Geschichte

Die Geschichte des Institutes für Kunstgeschichte in Würzburg ist engstens mit der des Martin-von-Wagner-Museums verknüpft; seine Frühzeit ist überhaupt die des Universitätsmuseums. Den Anfang machte das "Naturalien- und Kunstkabinett" des Minoritenpaters Joseph Bonavita Blank, eine Sammlung in der Tradition der barocken Wunderkammern, die 1803 an die Universität gelangte. 1832 wurde ein jährlicher Etat für eine Antiken-, Gemälde- und Kupferstichsammlung festgesetzt; die Einrichtung erhielt den Namen "Ästhetisches Attribut". Schon unter dem zweiten Konservator, dem seit 1834 amtierenden Ästhetikprofessor Franz Joseph Fröhlich, fanden regelmäßig kunstgeschichtliche Vorlesungen statt. Damit waren die Grundlagen für die beiden heutigen Institute, das "Archäologische" und das "Kunsthistorische", gelegt, die nach den Einrichtungen an der Universität Bonn zu den frühesten in Deutschland gehörten. Ein fundamentales Ereignis war die Schenkung, die der klassizistische Maler und Bildhauer Johann Martin von Wagner, ­ Sohn des fürstbischöflichen Bildhauers Peter Wagner und Kunstagent von König Ludwig I. von Bayern, ­ 1857 von Rom aus der Universität Würzburg machte. Seine überaus qualitätvolle Kunstsammlung ging in die Bestände des Ästhetischen Attributes ein, darunter so bedeutende Gemälde wie das Madonnenbild des "Maestro del Bambino Vispo" aus dem frühen 15. Jahrhundert sowie wertvolle Handzeichnungen und Kupferstiche vor allem italienischer Meister der Renaissance und des Barock. 1862 kam der Kunstbesitz Fröhlichs hinzu, vorwiegend Holländer des 17. und 18. Jahrhunderts. Gleichwohl lag das Schwergewicht in der Lehre noch lange bei der Archäologie. Das änderte sich, als sich 1905 der Privatdozent Wilhelm Pinder für die mittlere und neuere Kunstgeschichte in Würzburg habilitierte und fortan als Privatdozent lehrte; 1907 wurde der Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Würzburg gegründet und mit Fritz Knapp besetzt, einem Schüler Jacob Burckhardts und Heinrich Wölfflins, der zuvor Assistent bei Wilhelm von Bode gewesen war. Die Einrichtung, die seit 1909 den Namen "Archäologisch-Kunsthistorisches Institut" trug, war in den Räumen der Alten Universität untergebracht, die 1945 in Flammen aufging.
Auf Knapp folgte 1940 Kurt Gerstenberg, der 1954 emeritiert wurde. Unter der Ägide Herbert Siebenhüners (1954-1973) begann der Wiederaufbau des Institutes, das 1956 vorübergehend in den Südflügel der Residenz zog; hier wurde jetzt auch das Martin-von-Wagner-Museum eingerichtet. Die kunsthistorische Forschung erblühte in Würzburg wie nie; an der Universität Würzburg habilitierten sich so profilierte Erscheinungen wie Heinz Roosen-Runge, Detlef Heikamp oder Gunter Schweikhart. 1978 übernahm Erich Hubala das Institut und festigte insbesondere den Barockschwerpunkt. 1987 folgte ihm Stefan Kummer auf den Lehrstuhl. Seitdem sind die Bestände von Bibliothek und Mediathek erheblich erweitert worden, das Lehrangebot erhielt seine jetzige, auf umfassende thematische Abdeckung ausgerichtete Gestalt. Natürlich ist auch eine individuelle Betreuung der Studierenden gewährleistet. Dem Institut angeschlossen ist die Neuere Abteilung des Martin-von-Wagner-Museums im Südflügel der Residenz (Gemäldegalerie, Skulpturensammlung, Graphische Sammlung), eines der bedeutendsten Universitätsmuseen Europas. Die Bestände werden regelmäßig zu Übungen vor dem Original genutzt sowie in Magisterarbeiten, Dissertationen und Forschungsprojekten erforscht. Weiterhin finden Seminarveranstaltungen im Mainfränkischen Museum und vor Würzburger Baudenkmälern statt.

Ein ausführliches Bild der Geschichte des Institutes für Kunstgeschichte, mit Quellenangaben und detailierteren Einblicken, gibt der online zur Verfügung stehende Aufsatz "Die Anfänge der Kunstgeschichte an der Universität Würzburg" von Prof Dr. Stefan Kummer, den sie hier (http://www.kunstgeschichte.uni-wuerzburg.de/fileadmin/05050000/PDF/Kummer-Anfaenge_Kunstgeschichte.pdf) herunterladen können.