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Christian-Albrechts-Universität Kiel

Kunsthistorisches Institut

Lage

Das Institut liegt im zentralen Universitätsbereich am Westring, etwa 200 m nördlich (Richtung Holtenau) der Kreuzung Westring/Olshausenstraße. Ein zweiter Eingang befindet sich an der Rückseite des Gebäudes zum Wilhelm-Seelig-Platz.

Fachbereich

Philosophische Fakultät

Studiengang

2-Fach Bachelor/Master, Magister (auslaufend), Promotionsstudium

Voraussetzungen

Neben der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) werden Kenntnisse in Englisch, Latein und einer weiteren modernen Fremdsprache vorausgesetzt, um sich internationale Forschungsliteratur und schriftliche Quellen zu erschließen. Fehlende Sprachkenntnisse können während der ersten Semester studienbegleitend an der Universität erworben werden. Ein grundlegendes Interesse an Kunst sowie historischen Sachverhalten und die Bereitschaft zum fortwährenden Selbststudium sind unerlässlich.

Struktur

  • 3 Professuren
  • 1 Professorin in der Abteilung Kunst und ihre Didaktik (bis WS 2012/13)
  • 1 wissenschaftliche Assistentin
  • 2 abgeordnete Lehrkräfte aus dem Schuldienst
  • 1 Lehrkraft für Künstlerische Techniken
  • circa 450 (Stand 2012)

Profs

  • Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers (Lehrstuhl)
  • Prof. Dr. Christoph Jobst
  • apl. Prof. Dr. Uwe Albrecht
  • Prof. Dr. Barbara C. Tucholski (Abt. Kunst und ihre Didaktik)
  • Hon. Prof. Dr. Ingrid Höpel

Lehrende

  • Dr. Susanne Schwertfeger
  • Peter-Sebastian Lange
  • Johannes Maria Bienemann
  • apl. Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen
  • Dr. Peter Thurmann (Kunsthalle zu Kiel)
  • Dr. Ulrich Schneider (Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf)
  • Weitere Lehrbeauftragte

Schwerpunkte

Das Institut vertritt die kunsthistorische Lehre in ihrer ganzen Breite von der Spätantike bis zur Zeitgenössischen Kunst. Forschungsschwerpunkte bilden Buchmalerei und Schatzkunst im Mittelalter, mittelalterliche Architektur, nordeuropäische Holzskulptur und Tafelmalerei, Wand- und Deckenmalerei sowie die Kunst nach 1945. Das Kunsthistorische Institut steht in enger Zusammenarbeit mit der Kunsthalle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Projekte

Ausstattung

Präsenzbibliotheken befinden sich in den Räumen des Kunsthistorischen Instituts (rund 40.000 Bände) und in der Kieler Kunsthalle. Das Kunsthistorische Institut besitzt zudem eine Diathek und eine umfangreiche Fotosammlung, zu der u.a. die historischen Fotografien von Arthur Haseloffs Forschungsprojekten zur Buchmalerei und den staufischen Burgen Unteritaliens zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehören. Eine breit angelegte digitale Bilddatenbank befindet sich im Aufbau. Für Studierende stehen PC-Arbeitsplätze zur Verfügung.

Geschichte

Die Anfänge des Instituts, das auf Wurzeln bereits im 18. Jahrhundert zurückgeht, bildete 1883 die Ernennung von Adelbert Matthaei zum Universitätszeichenlehrer und Professor für Kunstgeschichte. Mit der Berufung von Carl Neumann 1904 zum Ordinarius wurde die Tradition des Zeichenlehrers aufgegeben. Neumann hatte sich als Rembrandt-Forscher profiliert, deckte aber ein weit größeres Themenfeld in Forschung und Lehre ab. Unter ihm erfolgte der Bau der Kunsthalle an der Kieler Förde. Ihm folgte 1912 in Georg Graf Vitzthum von Eckstädt ein Buchmalerei-Spezialist, wie nach ihm 1920 ebenso in Arthur Haseloff. Haseloff widmete sich von Kiel aus jedoch verstärkt der staufischen Architektur in Süditalien. Er hat das Institut bis zu seinem Tod 1955 stark geprägt.
In die Amtszeit von Richard Sedlmaier (1939-58) fielen die Zerstörung und der Wiederaufbau des Instituts mit deutlich steigenden Studierendenzahlen. Ihm folgte 1959 Hans Tintelnot bis zu seiner krankheitsbedingten, vorzeitigen Emeritierung 1967. In dieser Lage wurde 1962 für Wolfgang J. Müller, der seit 1946 als Assistent in Kiel war, eine zweite Professur eingerichtet, die er bis 1979 innehatte und in der er bis 1992 lehrte. Seine Schwerpunkte der Druckgrafik und Emblematik sowie der Kunst Norddeutschlands bestimmten das Institut sehr. Unter Erich Hubala, der 1969 bis 1974 den Kieler Lehrstuhl besetzte, wurde 1971 die Kunsthalle ausgegliedert und erhielt mit Jens Christian Jenssen einen eigenen Leiter.
Auf Hubala folgte Reiner Haussherr (bis 1981), der das Institut an seinen heutigen Standort in dem Gebäude am Westring führte. Durch die Berufung von Dethard von Winterfeld auf die zweite Professur (1980-84) und Eberhard König sowie danach Uwe Albrecht auf die Assistenz hatte das Institut wieder einen dezidiert mittelalterlichen Themenschwerpunkt erhalten, mit dem man sich auf die Tradition unter Matthaei, Vitzhum und Haseloff berufen konnte. Nach dem Weggang von Haussherr und König nach Berlin sowie von Winterfelds nach Mainz endete diese Phase jedoch bald. Die folgende Generation wurde dann von der Kunstgeschichte der italienisch geprägten Neuzeit bestimmt. Die ordentliche Professur von Haussherr übernahm mit Frank Büttner (bis 1994) ein ausgewiesener Italianist, dem auf der zweiten Professur mit Adrian von Buttlar (1985-2001) ein Architekturforscher zur Seite stand, der sich in Kiel insbesondere Gärten und Gutshöfen des Klassizismus und des 19. Jahrhunderts widmete. Zudem wurde – wegen der stark angewachsenen Studierendenzahlen und auch für die Ausbildung für das gymnasiale Lehramt - eine zweite ordentliche Professur eingerichtet, die in Lars Olof Larsson (1980-2003) durch einen Spezialisten für den Manierismus besetzt wurde. 2001 integrierte das Institut mit der Abteilung „Kunst und ihre Didaktik“ unter Barbara Tucholski auch das Lehramt für die Sekundarstufe I (bis 2012).
Mit der Ernennung von Uwe Albrecht 1995 zum außerplanmäßigen Professor und der Berufung von Ulrich Kuder 1996 auf die ordentliche Professur trat das Mittelalter wieder stärker in den Fokus, was nach der Streichung der Professur von Larsson 2003 besonders ins Gewicht fiel. 2004 wurde nach längerer Vakanz Christoph Jobst auf die zweite Professur berufen und vertritt seitdem mit der Lehre zur Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung von Italien einen der beiden traditionellen Schwerpunkte des Instituts. Das Mittelalter und die Zeitgenössische Kunst wurde 2008 durch die Berufung von Klaus Gereon Beuckers auf den Lehrstuhl gestärkt und bilden heute die Schwerpunkte des Instituts in Forschung und Lehre.