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Volker Herzner

Die Sixtinische Decke - warum Michelangelo malen durfte, was er wollte

Verlag: Georg Olms Verlag

Die sixtinische Decke © Cover Olms

Kategorie: Bücher/Kataloge

Preis: 58,00 Euro

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Über den Titel

Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle zählt zu den bedeutendsten Werken der europäischen Kunstgeschichte. Goethes vielzitierter Satz, „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag“, gilt auch heute. Die kunsthistorischen Interpretationen, die sich mit diesem Werk auseinandergesetzt haben, sind inzwischen unüberschaubar. Auffällig ist, wie häufig dabei philosophische Theorien oder theologische Konzepte an Michelangelos Darstellungen herangetragen wurden, ohne zu beachten, ob seine bildlichen Formulierungen mit den unterstellten Prämissen übereinstimmen. Dass ein vorurteilsfreier und genauer Blick auf Michelangelos Meisterwerk auch heute ergiebig ist und neuen Erkenntnissen Raum geben kann, beweist die vorliegende Untersuchung.

Michelangelos Darstellung der Schöpfungsakte als machtvolle körperliche Aktionen steht in eklatantem Widerspruch zum christlichen Glauben, wonach die Schöpfung aus dem Wort Gottes erfolgte. Der Künstler ließ sich aber nicht von häretischen Vorstellungen leiten. Ihm ging es vielmehr darum, den philosophischen und theologischen Bestrebungen seiner Zeit eine kategorische Absage zu erteilen, die den Menschen als fähig ansahen, in der Selbstvervollkommnung gottgleich werden zu können. Michelangelo stellte deshalb Gott in überwältigender Allmacht dar, so daß er kein Ziel hochgreifender menschlicher Ambitionen sein kann. Jede derartige Bemühung hielt Michelangelo, von Jugend an ein Gefolgsmann Savonarolas, aus christlicher Sicht für sündhaft. Deshalb räumte er auch – ganz unzeitgemäß – dem Sündenfall einen Platz in der Mitte der Sixtinischen Decke ein. In Papst Julius II. fand er volle Unterstützung für sein Projekt.

Weitere Angaben zum Titel

ISBN: 978-3-487-15229-5

Erscheinungsjahr: 2015

Sprache(n): deutsch

Reihe: Studien zur Kunstgeschichte

Band: 205

sonstige Abb.: 60

Seiten: 354

Status: lieferbar

Einband: gebunden