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Tagung: Innovation und Tradition. Objekte und Eliten in Hildesheim 1130 – 1250, am 22. und 23. Februar 2018 in Hildesheim

Das Forschungsprojekt »Objekte und Eliten in Hildesheim 1130 – 1250« hat sich in den letzten Jahren der mittelalterlichen Kultur in der Domstadt gewidmet. Die Abschlusstagung widmet sich nun den Ergebnissen und Perspektiven der Arbeit an den unterschiedlichen Aspekten der Hildesheimer Kulturgeschichte.

Dom und Klosterkirche St. Michael in Hildesheim – seit 1985 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes – sind herausragende Zentren mittelalterlicher Kultur und Geschichte. Mit ihrer vorhandenen oder erschließbaren Ausstattung zählen sie zu den wenigen erhaltenen exemplarischen Gesamtkunstwerken des 10.–13. Jahrhunderts überhaupt, die die Aufmerksamkeit der kunsthistorischen wie der historischen Fachwelt schon seit langem auf sich gezogen haben. Dabei sind unter den Kunstobjekten alle Gattungen und verschiedenartige Materialien mit zahlreichen höchstrangigen Beispielen vertreten, aber auch – repräsentativ über alle Qualitätsstufen verteilt – eine im Querschnitt beispielhafte Gesamtüberlieferung. Geistliche und weltliche Eliten des Bistums und der Stadt bildeten ein Milieu, das für die Entstehung dieser Stücke verantwortlich war. Schriftquellen in einer großen Dichte bezeugen die Bemühungen um historische Selbstvergewisserung, die liturgische und geistliche Praxis, das Totengedenken und zahlreiche Rechtsgeschäfte unterschiedlichster Art, sie geben auch Einblick in eine Institution wie die Domschule. Angesichts dieser ungewöhnlichen, in der Breite der dinglichen wie schriftlichen Überlieferung des 12. und 13. Jahrhunderts einmaligen Kombination von verschiedensten Quellenarten ist ein Verbundvorhaben mehrerer Fachdisziplinen die geradezu zwingende Folge, um auf einer breiten, multidisziplinären Basis Fragestellungen zu erproben und so unsere Kenntnisse auf eine neue Grundlage zu stellen. Resultate des Forschungsprojektes sollen für ähnliche Überlieferungssituationen mittelalterlicher Kunst und Kultur anschlussfähig sein. Insofern handelt es sich um ein Modellprojekt mit Leitbildcharakter.

Programm

Donnerstag 22.2.2018

14:00 – 14.30 Uhr
Anne Südbeck (Osnabrück): Die weltliche Elite im Hildesheim des 13. Jahrhunderts

14.30 – 15.00 Uhr
Claudia Hefter (Potsdam): „Zwischen aulicus scriba doctus und ruina mundi. Bemerkungen zu Karrierewegen von Hildesheimer Domschülern“

15.00 – 15.45 Uhr
Diskussion

Kaffeepause

16.15 – 16.45 Uhr
Michael Brandt (Hildesheim) & Martina Giese (Potsdam): Die Schatzverzeichnisse des Domes und von St. Michael in Hildesheim

16.45 – 17.15 Uhr
Claudia Höhl (Hildesheim): Zwischen Kult und Politik. Die Große Goldene Madonna im 13. Jahrhundert

17.15 – 18.00 Uhr
Diskussion

19.00 Uhr
Öffentliche Abendveranstaltung
- Thomas Vogtherr (Osnabrück): Interdisziplinär und überörtlich – Bemerkungen am Ende eines Forschungsprojektes zur Hildesheimer Kunstgeschichte des 12. und 13. Jahrhunderts
- Martina Giese (Potsdam): Zwei Fuder Roggen für die Biblia Bernwardi. Über die Plünderung des Michaelisklosters im 16. und 17. Jahrhundert
- Joanna Olchawa (Osnabrück): „Von Hildesheim bis nach Sibirien. Bronzekunst des Mittelalters als Prestige- und Luxusgut“

Freitag, 23.2.2018

9.00 – 9.30 Uhr
Esther-Luisa Schuster (Bonn): Das Bild als Kommentar. Das Wandmalereiprogramm aus dem ehemaligen Hildesheimer Dom-Westbau

9.30 – 10.00 Uhr
Harald Wolter- von dem Knesebeck (Bonn): Objekt- und Bildform der Hildesheimer Holzdecke und der Hildesheimer Klerus

10.00 – 10.45 Uhr
Diskussion

10.45-11.15 Uhr Kaffeepause

11.15 – 11.45 Uhr
Dorothee Kemper (Berlin / Kiel): Tradition in neuem Glanz? Hildesheimer Grubenschmelzwerkstätten des Mittelalters

11.45 – 12.15 Uhr
Klaus Gereon Beuckers (Kiel): Bemerkungen zur Historizität der mit Bischof Bernward verbundenen Goldschmiedearbeiten des 12. Jahrhunderts

12.15 – 12.45 Uhr
Klaus Niehr & Joanna Olchawa (Osnabrück): Bronze ohne Ende

12.45-13.30 Uhr
Diskussion

Tagungsort: Dommuseum Hildesheim, Joseph-Godehard-Saal
Teilnahme frei, aber Anmeldung erforderlich! Anmeldeschluss: 12. Februar 2018

Kontakt
Dommuseum Hildesheim, Domhof 18–21, 31134 Hildesheim
Telefon 05121 307-760 | dommuseum@bistum-hildesheim.de
www.dommuseum-hildesheim.de

Weitere Informationen unter www.objekte-und-eliten.de.