Tagungen

Tagung: Familienbilder, am 4. und 5. Mai 2017 in Hamburg und am 6. und 7. Juli 2017 in München

Die Forschungsstelle »Naturbilder« beschäftigt sich in einem zweiteiligen Workshop mit dem Phänomen des Gruppenbildnisses. Auch hier lassen sich nämlich Vermittlungsstrategien zwischen Natur und Kultur entdecken, die es zu untersuchen gilt - egal ob in der Beziehung zwischen Tier und Mensch oder Mensch und Mensch.

Die kunstgeschichtliche Porträtforschung berücksichtigt in den letzten Jahren – nachdem sie lange Zeit auf das Problem des Individuums fixiert gewesen war – zunehmend gesellschaftliche Normen, kontextuelle Repräsentationsformen und Codes der Identität in ihrer historischen und geographischen Dynamik. Während Gruppenbildnisse als paradigmatisches Genre der sozialen Bindungen des Individuums gründlich erforscht wurden, erstaunt die vergleichsweise bescheidene Auseinandersetzung mit Familienporträts wie mit Familiendarstellungen im weitesten Sinne. Denn gerade hier lassen sich Emergenzformen des Sozialen besonders eindrücklich erfassen. Die Spannungen zwischen kulturell-gesellschaftlichen und körperlich-biologischen Determinanten sind für Familienbildnisse von grundlegender Bedeutung. Der zweiteilige Workshop widmet sich bildlichen Vermittlungsstrategien zwischen „Natur“ und „Kultur“, aber auch der vielfach behaupteten Analogie von biologischen und künstlerischen Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen „Vorbild“ und „Abbild“, Erzeugern und Nachkommen. Familienbilder erweisen sich dabei als ein reich differenziertes Experimentierfeld, auf dem familiäre Deszendenzen, Hierarchien, soziale Grenzziehungen und Kontinuitäten modelliert werden.

Programm

Familienbilder I: Menschen und (andere) Tiere, am 4. und 5. Mai 2017 im Warburg-Haus Hamburg

Donnerstag, 4. Mai 2017

18.00 Uhr
Frank Fehrenbach, Ulrich Pfisterer: Begrüßung

18.30 Uhr
Karin Gludovatz: Wahlverwandtschaft. Animalisches in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Freitag, 5. Mai 2017

9.00 Uhr
Etienne Jollet: Patchworkfamilien bei Chardin

10.00 Uhr
Kerstin Borchhardt: Monströse Idyllen. Zur Tradition von Zeuxis’ Zentaurenfamilie in der abendländischen Kunst

Kaffeepause

11.30 Uhr
Maurice Saß: Vertrautes Rotwild. Familienszenen in der Tiermalerei des 19. Jahrhunderts

Mittagspause

14.00 Uhr
Katherine Hornstein: Fecundity, Ferocity, and the Family Politics of Jean-Baptiste Huet’s „a Lion and His Female Nursing Their Cubs“

15.00 Uhr
Silvia Schmitt-Maaß: Ein Familienporträt ohne Vater. Johann Zoffanys „Queen Charlotte With Her Two Eldest Sons“ (1764/65) und die Telemach-Rezeption

Kaffeepause

16.30 Uhr
Angela Breidbach: Der Papageienvorfahre Geralds im Jahr 1869 mit Charles Darwin. Verwandtschaftsbilder und Bildverwandtschaften in W. G. Sebalds Austerlitz

17.30 Uhr
Andreas Beyer: Familienutopie. Hans Holbein porträtiert die Familie des Thomas More

Apéro

Familienbilder II: Heilige und (andere) Menschen, am 6. und 7. Juli 2017 im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

Donnerstag, 6. Juli 2017

13.00 Uhr
Frank Fehrenbach, Ulrich Pfisterer: Begrüßung

13.15 Uhr
Sylvaine Hänsel: Die heilige Sippe als Vorbild und Rollenmodell für die Familie des Kanzlers Cuspinianus
Patricia Simon: Parthenogenesis and Portrayal. The Holy Family and Beardless Joseph in Renaissance Art

14.15 Uhr
Christina Kuhli: Glaube, Liebe, Hausstand. Das konfessionelle Familienbild zwischen Spiritualität und Iintimisierung
Svenja Lehnhardt: Eine selbstbewusste Darstellung im Rollenporträt. Christus segnet die Kinder holländischer Familien

Kaffeepause

15.45 Uhr
Giancarla Periti: The Renaissance Artist’s Family Portrait. In and Out of Painting
Léa Kuhn: Künstlerinnen-Familien um 1800

16.45 Uhr
Kate Redford: Of Blood and in Law. Kinship Networks in Eighteenth-Century British Portraiture
Charlotte Gaitzsch: Allein unter Schwestern. John Singer Sargents „The Daughters of Edward Darley Boit“

18.00 Uhr
Bernhard Jussen: Die stammbaumlose Gesellschaft. Familie und Bildgebrauch im poströmischen Lateineuropa

Apéro

Freitag, 7. Juli 2017

9.30 Uhr
Ségolène Le Men: Les trois déjeuners sur l’herbe. Courbet, Manet, Monet
Brigitte Röder „die steinzeitliche Familie“. Familie im Ur- und Naturzustand?

Kaffeepause

11.00 Uhr
Elena Zanichelli: Family Values. Zur visuellen (Re-)Artikulation eines konfliktbeladenen Modells
Herlinde Kölbl: Himmel, Fegefeuer und Hölle. Sehnsuchtsort Familie

Tagungsende

Veranstaltungsorte:

  • Familienbilder I: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
  • Familienbilder II: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

Konzept: Frank Fehrenbach, Ulrich Pfisterer

Kontakt:
Sue Ryall
Geschäftsstelle Naturbilder/Images of Nature
Telefon +49 40 42838-8130
naturbilder@uni-hamburg.de
www.uni-hamburg.de/naturbilder

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