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Tagung: Bildung durch Bilder – Didaktische Perspektiven für Kunstwissenschaft, Deutsch und Geschichte, am 23. und 24. Februar 2017 in Berlin

Visuelles Erleben ist eine Grundkonstante des menschlichen Seins und die Vermittlung des souveränen Umgangs mit bildlichen Eindrücken daher eines der größen Themen der Kunstwissenschaft, aber auch -didaktik. Das DFG-Projekt Bildung durch Bilder widmet sich diesem bedeutenden Thema in seiner Tagung.

Die Fähigkeit zu einem kompetenten Umgang mit Bildern – gemeint sind hier alle vi­suellen Gattungen von Malerei und Skulptur über Fotografie und Film bis zur Architek­tur – gilt heute angesichts der beständig wachsenden Bedeutung visueller Erfahrun­gen als eine grundsätzliche Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teil­habe. Der Erwerb von Bildkompetenzen ist daher auch ein Ziel schulischer Vermitt­lungs­pro­zesse. In besonderem Maße ist hier auch die Kunstwissenschaft gefordert, zu deren Fachgegenständen gerade die Erforschung eines komplexen Verständnisses der ästhetischen Wirkungs- und Geltungskraft der Bilder und ihrer historischen, kul­tu­rellen und gesellschaftlichen Fundierungszusammenhänge zählt. Sie partizipiert je­doch nur in geringem Umfang an Diskussionen über Inhalte und didaktische Strate­gien der Kunstvermittlung.

Kunstwissenschaft ist in jeweils landesspezifischem Ausmaß grundsätzlicher Be­stand­teil des Kunstunterrichts. Neben dieser Verortung kunstwissenschaftlicher Me­tho­den sind Bilder auch in vielen anderen Schulfächern selbstverständlicher Unter­richtsgegenstand. Die Tagung widmet sich in besonderem Maße der Relevanz und dem Potential von Bildern im deutsch- und geschichtsdidaktischen Zusammenhang. Welche Funktionen nehmen Bilder in literaturdidaktischen Kontexten ein, wenn z. B. filmisches und literarisches Erzählen gleichberechtigt nebeneinander treten? Welchen Einfluss haben Bilder und der Umgang mit ihnen auf kulturelles Gedächtnis und Ge­schichtskultur?

Die interdisziplinäre Tagung nimmt sowohl die praktischen Aspekte der schulischen Vermittlung von Bildern in den Blick als auch die jeweils fachspezifischen Anforde­run­gen an die Analyse visueller Semantiken. Im produktiven Austausch ergeben sich so für alle beteiligten Disziplinen neue Impulse und Perspektiven zur Vermittlung von Bildern.

Programm

Donnerstag, 23. Februar 2017

15:00 Uhr
Begrüßung durch Klaus Krüger

15:30 Uhr
Karin Kranhold, Martin Lücke, Elisabeth K. Paefgen, FU Berlin: Das Projekt „Bildung durch Bilder“

16:15 Uhr
Podiumsdiskussion: Kulturelle Bildung und Kunstgeschichte in der Schule: Verortung und Perspektiven
Moderation: Klaus Krüger

  • Clemens Höxter, BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik, Oldenburg
  • Margarete Schweizer, Kulturstiftung der Länder, Berlin
  • Barbara Welzel, TU Dortmund

17:30 Uhr Kaffeepause

18:15 Uhr
Bernhard Jussen, Goethe-Universität Frankfurt a. M.: Eine verantwortungslose Auswahl. Bilder in aktuellen Schulbüchern für den Geschichtsunterricht

Freitag, 24. Februar 2017

10:00 Uhr
Bilder und serielles Erzählen
Moderation: Elisabeth K. Paefgen

Melanie Lörke, FU Berlin: Potentiale einer transmedialen Narratologie im medienintegrativen Deutschunterricht der Sek. I

Tanja Michalsky, Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom: Kabel, Kameras, Kommunikation. Sozialwissenschaft mise en scene in „The wire“ (2002-2008)

12:00 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr
Kunstwissenschaftliche Unterrichtskonzepte

Daniel Mayr, FU Berlin: Wechselseitige Erhellung der Künste. Anmerkungen zur Darstellung des Verhältnisses von Subjekt und Landschaft bei Goethe und Gainsborough

Nicholas Beckmann, Clara Kahn, Luise Römer, Yara Matea Schäl, FU Berlin: Monströses am Rande. Mittelalterliche Bildkunst und aktuelle Mittelalter­rezeption

14:30 Uhr Kaffeepause

15:00 Uhr
Bilder in Geschichtskultur und –unterricht
Moderation: Martin Lücke

Christoph Hamann, Landesinstitut für Schule und Medien, Berlin-Bran­den­burg: Kanonisierung und Geschichtskultur. Zur Ikonografie des Berliner Mauerfalls 1989
Response: Peter Geimer, FU Berlin

Markus Bernhardt, Universität Duisburg-Essen: „Sehen kann jeder!“ Zu einem Irrtum der geschichtsdidaktischen Bildinter­pretation
Response: Klaus Krüger

Veranstaltet vom DFG- Transferprojekt „Bildung durch Bilder. Erkenntnistransfer zwischen Hochschule und Schule“

Tagunsort: Freie Universität Berlin, Fabeckstraße 23-25, Raum 2.2058/2.2059

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Die Veranstaltung wird von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie als Lehrerfortbildung anerkannt (Kursnummer 17.1-1123).

Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Krüger, Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin

Beteiligte Wissenschaftler*innen:
Karin Kranhold, Kunsthistorisches Institut, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Martin Lücke, Didaktik der Geschichte, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Elisabeth K. Paefgen, Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, Freie Universität Berlin

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