Call for Papers

Call for Papers: BilderGewalt. Zerstörung – Zensur – Umkodierung – Neuschöpfung, Irsee, vom 7. bis 9. April 2017

2017 steht das große Reformationsjubiläum an und die Schwabenakademie Irsee widmet sich einem ganz besonders interessanten Aspekt der Reformation, aber auch anderer großer kultureller Transformationen: dem Ikonoklasmus. Dafür werden Beiträge aus Kunstgeschichte, aber auch aus anderen Disziplinen gesucht. Einsendeschluss für Abstracts: 15. Juni 2016.

Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017 widmet sich die 5. Frühjahrsakademie des Kunsthistorischen Forums Irsee einem inner- und intradisziplinärem Themenspektrum: der Zerstörung des Bildes. Tagespolitisch traurige Aktualität hat der Ikonoklasmus nicht allein in Ländern wie Irak oder Syrien, auch an anderen Orten wird durch Vernachlässigung von Weltkulturerbe eine Zerstörung von Kunstwerken bewusst in Kauf genommen. Ebenso haben Klimaveränderungen, der Massentourismus und Naturkatastrophen bereits unzählige Werke vernichtetet oder massiv verändert.

Im Zentrum der Tagung sollen daher nicht allein Bildverbote in Antike und Mittelalter, bildertheologisches Schrifttum oder der reformatorische Bildersturm in den südlichen Niederlanden, der Schweiz oder England liegen. Vielmehr soll das Thema sowohl chronologisch als auch disziplinär in größtmöglicher Breite angegangen werden. Welche Gründe lassen sich für die Zerstörung von Kunstwerken anführen? Wie unterscheidet sich die Wirkmächtigkeit des Bildes im Sinn von David Freedbergs „Power of images“ in den unterschiedlichen Handlungsräumen und inwiefern wird das Kunstwerk als Bedrohung wahrgenommen? Horst Bredekamps vor vier Jahrzehnten ausgearbeitete Perspektive auf „Kunst als Medium sozialer Konflikte“ kam zu dem Ergebnis, dass Bilderstürme und die dahinter stehenden bilderstürmerischen Theorien auch essentielle Impulse setzten und Neuschöpfungen kreierten. Wie lässt sich dieser wegweisende Ansatz in aktuelle Forschungsdebatten eingliedern?

Welche analytische Bedeutung haben in diesem Kontext Begriffe wie Zäsur, Umkodierung und Reinterpretation? Dabei muss der Blick auch auf die Frage gerichtet werden, wie die zeitgenössische Kunst mit dem Themenkomplex umgeht. Inwiefern ist das „Sich-Erneuern“ oder das bewusste Auslöschen ein Thema der Kunst?

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch; die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden übernommen.

Abstracts für bislang unpublizierte Beiträge (max. 2.000 Anschläge) werden in deutscher oder englischer Sprache mit kurzem Lebenslauf und gegebenenfalls einer Auswahl einschlägiger Publikationen bis zum 15. Juni 2016 per Email gerichtet an: >irsee5@uni-trier.de<.

Das Kunsthistorische Forum Irsee ist eine Kooperation zwischen der Schwabenakademie Irsee (Dr. Markwart Herzog, Dr. Sylvia Heudecker) und der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte der Universität Trier (Dr. Birgit Ulrike Münch, Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke).

Das 2012 gegründete Kunsthistorische Forum Irsee konzipiert jährlich Frühjahrsakademien. Diese widmen sich dem Forschungsfeld „Künstler und Gesellschaft“. Das Kunsthistorische Forum Irsee bietet einen inner- wie interdisziplinären Forschungsrahmen. Es zielt darauf, genuin kunsthistorische Forschungsansätze mit sämtlichen Disziplinen, Methoden und Fragestellungen der (historischen) Kulturwissenschaften zu verbinden. Zu einem spezifischen Thema wird jährlich in einem Call for Papers um Beitragsvorschläge gebeten. Der wissenschaftliche Nachwuchs, das heißt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Promotionsphase und der Post-doc-Phase, soll dabei in hohem Maß einbezogen werden. Das Forum verfolgt zugleich das Ziel, Themen wissenschaftlich aufzubereiten, die aktuell in der Gesellschaft diskutiert werden, um innovative wissenschaftliche Ansätze in die Öffentlichkeit zu bringen.

Die Ergebnisse einer Frühjahrsakademie sollen jeweils in einem Tagungsband im Michael Imhof Verlag (Petersberg) veröffentlicht und auf der jeweils folgenden Frühjahrsakademie präsentiert werden. Bisher sind erschienen:
• Von kurzer Dauer? Fallbeispiele zu temporären Kunstzentren der Vormoderne (Kunsthistorisches Forum Irsee, Bd. 3), Petersberg 2016.
• Die Klage des Künstlers. Krise und Umbruch von der Reformation bis um 1800 (Kunsthistorisches Forum Irsee, Bd. 2), Petersberg 2015.
• Fälschung – Plagiat – Kopie. Künstlerische Praktiken der Vormoderne (Kunsthistorisches Forum Irsee, Bd. 1), Petersberg 2014.

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