Call for Papers

Call for Papers: Animal Encounters: Mensch-Tier-Kontakte in Kunst, Literatur, Kultur und Wissenschaft, vom 25. bis 27. November 2016

Die Ko-Evolution von Mensch und Hund ist nur eines der vielen Beispiele für die gegenseitige Beeinflussung und Abhängigkeit von Mensch und Tier. Zur Behandlung dieser Beziehung laden die Friedrich-Alexander-Universeität Erlangen-Nürnberg und die Hochschule für Musik Nürnberg und Minding Animals International Incorporated zu einer Konferenz. Einsendeschluss für Abstracts: 15. April 2016

Eine der Grundannahmen der Human-Animal Studies ist der Gedanke, dass sich die Konzeptionen des Menschen und des Tiers wechselseitig bedingen. Selbst die Naturwissenschaften bestätigen dies mittlerweile: Neuere Domestikationstheorien gehen beispielsweise von einer Ko-Evolution von Hunden und Menschen aus. Aber auch die in den 1990er Jahren von Bruno Latour entwickelte Akteur-Netzwerk-Theorie, die von jeder Gesellschaft als grundsätzlich relationalem Netzwerk ausgeht, hat sich als einflussreich für die Human-Animal Studies erwiesen. Menschliche und nicht-menschliche Tiere befinden sich permanent in Relation zueinander und definieren sich gegenseitig als das jeweils andere. Ein genauerer Blick auf Kunst und Literatur sowie kulturelle und wissenschaftliche Praktiken wie u.a. die Zoologie oder Ethologie zeigt, dass es von vielfältigen Begegnungen zwischen Tieren und Menschen wimmelt, deren Bedeutung als konstituierendes Miteinander bislang in der Forschung zwar berücksichtigt wurde (s. etwa Tyler/Rossini 2009, van Horn/Aftandilian 2014), aber noch nicht für den kulturwissenschaftlichen Bereich systematisch und umfassend betrachtet wurde.

Die Thematik der Konferenz ist offen für Beiträge aus Literatur-, Geschichts-, Bild-, Film-, Medien- und Musikwissenschaften bis zu Tierphilosophie und Tiertheorie, die sich mit kulturellen, sozialen und historischen Manifestationen und Praktiken beschäftigen, die mit einem emphatischen Verständnis von ‚Begegnungen‘ gelesen werden können und nach der Struktur, Möglichkeit und Bedeutung von Begegnungen zwischen Menschen und Tieren fragen.

Mögliche Themengebiete sind:

  • Orte/Kontaktzonen der Begegnung

Haus, ‚Wildnis‘, Stadtraum, Zoo, Labor, Schlachthof, Jagd, Tierzucht, Tierhaltung etc.

  • Modi der Begegnung

Respekt, Aufmerksamkeit, Freundschaft, Höflichkeit, Gastfreundlichkeit, (Für-)Sorge, Liebe, respons(e)-ibility; aber auch entsprechend der Etymologie von ‚encounter‘ (von altfranz. encontrer = kämpfen, konfrontieren, widerstreiten) Abwehr, Ausgrenzung, Kampf, Konfrontation, Konkurrenz etc.

  • Rhetorik/Ästhetik und Textfiguren der Begegnung

Blick, Berührung, Epiphanie, Affekt, Transformation, Immanenz, Werdensprozesse, Anthropomorphisierung etc.

Bitte schicken Sie bis zum 15. April 2016 ein Abstract von max. 300 Wörtern für einen 20-minütigen Vortrag mit kurzen biographischen Angaben an conference-animal-encounters[at]fau.de. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Konferenz wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Hochschule für Musik Nürnberg und Minding Animals International Incorporated veranstaltet und wird organisiert von Alexandra Böhm und Jessica Ullrich.

Weitere Informationen: www.kunsthistoriker.at

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