Termin

Rupprecht Geiger – Farbe tanken

Ausstellung 28.06.2017–24.09.2017

Kunstmuseum Bochum, Bochum, Deutschland

Für Rupprecht Geiger werden Licht- und Farberscheinungen des weiten Himmels über kriegszerstörten und menschenentleerten Landschaften während seines Einsatzes als Kriegsmaler in Russland zum prägenden Schlüsselerlebnis seiner Malerei. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Werke verweisen trotz ihrer Abbildhaftigkeit bereits auf die von Geiger später provozierten Stimmungen und Energiefelder in abstrakten Farbbildern. Als Sohn des Malers Willi Geiger 1908 geboren und früh durch seinen Vater für Licht- und Farbwirkungen in der Natur sensibilisiert, wählt er die Laufbahn des Architekten und verschreibt er sich erst nach seinem Russlanderlebnis der konsequenten Erforschung des Wesens der Farbe. Schon 1948 experimentiert er mit einer Werkgruppe von „shaped canvases“. Als Mitbegründer der Künstlergruppe „ZEN 49“ ging es ihm in seinem Kunstschaffen immer auch um das Verhältnis von Materie und Geist, um den Ausdruck von Spiritualität. Als malendes Individuum nimmt er sich zunehmend zurück und schließt jeglichen handschriftlichen Duktus beim Farbauftrag aus. Dies gelingt ihm durch eine Spritzpistole, die er seit 1965 benutzt und mit ihr Acryl gebundenen fluoreszierenden Pigmenten auf die Leinwand bringt, um so der Farbe optimal die Entfaltung ihrer Wesenhaftigkeit zu ermöglichen. Nachdem Rupprecht Geiger auch in seiner Funktion als Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf von 1965 bis 1976 erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Farbmalerei genommen hat, gibt die Bochumer Ausstellung nach vielen Jahren hier im Westen Deutschlands wieder einmal einen repräsentativen – und dennoch sehr kontemplativ angelegt – Einblick in Geigers Werk.