Termin

Filmvorführung: A subsequent fulfilment of a pre-historic wish / The fortune you seek is in another cookie

Filmvorführung 13.10.2016, 19:00 Uhr

Deutsches Historisches Museum, Berlin, Deutschland

„Reisen hilft nicht viel zum Begreifen, aber es hilft, den Gebrauch der Augen für einen Moment zu reaktivieren: die visuelle Lektüre der Welt zu üben.” (Italo Calvino) Reisen bedeutet einen kontinuierlichen Perspektivenwechsel, der die Welt als vielfältig und veränderlich erfahrbar macht. Von dieser Erfahrung erzählen zwei Filme von Johannes Gierlinger. Beide beginnen mit einer Frage, die den Filmemacher an verschiedenste Orte führt. Antworten bekommt er nirgendwo, dafür findet er an jedem Ort neue Facetten der Frage.

The fortune you seek is in another cookie
A 2013, R/S/P: Johannes Gierlinger, K: Johannes Gierlinger, Jan Zischka, M: Peter Kitin & Dirac, 81' · DCP, engl. OF, Deutschlandpremiere
A subsequent fulfilment of a pre-historic wish beginnt mit der Frage nach der Bedeutung des tragischen Todes der kubanisch-amerikanischen Künstlerin Ana Mendieta. Gierlinger greift die für Mendietas Kunst signifikanten Elemente – Natur, Tod, Spiritualität, Ritual – auf und schlägt so den Bogen vom Einzelschicksal zur universellen menschlichen Erfahrung von Verlust und Tod.

A subsequent fulfilment of a pre-historic wish
A 2015, R/K/S/P: Johannes Gierlinger, M: Broken Jokes, 10' · DCP, engl. OF, Deutschlandpremiere
Der Essayfilm The fortune you seek is in another cookie begibt sich auf die Suche nach dem Glück. Die Reise führt zu so verschiedenen Orten wie einem Karnevalszug, den Protesten um den Gezi-Park in Istanbul, Cinecittà, in die Atacamawüste oder zu einem kalifornischen Trailerpark. Sie führt aber auch zu Menschen, Filmen und Erinnerungen. Das Glück bleibt ein Enigma; wie das Universum, das im Film zur Metapher wird, hat es weder eine feste Struktur noch einen immanenten Wert. Und doch geht die Suche mit Kamera und Teleskop weiter. Der Film fasziniert durch die mimetische Qualität seiner Suchbewegung: sie erscheint als der Versuch, sich dem jeweils Betrachteten anzugleichen. Da Gierlingers Blick sich dabei immer wieder auf den anderen Menschen richtet, erweist sich seine Suche nicht nur als persönliche, sondern auch als poetisch-politische Praxis.